"Aus- Weiterbildung der Maschinisten
"Dreck und Staub" bei der Feuerwehr?
Nein, die Feuerwehr muss nicht an den Reinigungsmitteln für ihre Einsatzgerätschaften sparen. Vielmehr kehrten am
späten Samstagnachmittag 15 Kameraden und 6 Feuerwehrfahrzeuge von einer interessanten und lehrreichen
Ausbildungsveranstaltung hochmotiviert aber sehr staubig auf die Feuerwache zurück.
Was war denn das für eine Ausbildungsveranstaltung?
Doch der Reihe nach.
Im Herbst 2010 wurde durch die Kreisbrandinspektion für die Feuerwehren im Landkreis Aschaffenburg der "Sonderalarmplan Kauppenaufsteig" aufgestellt.
In Vorbereitung für diesen Alarmfall wurden die Maschinisten der Feuerwehr Großostheim kurzfristig von den eigenen Ausbildern in der Handhabung der
Allradtechnik der Feuerwehrfahrzeuge theoretisch unterwiesen. Doch das war dem Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Markt Großostheim, Stefan Ullrich,
nicht genug und er beauftragte seine Ausbilder, ein "Off_Road" Training zu organisieren. Erste Gedanken und Gespräche zu diesem Thema zeigten recht schnell,
dass ein klassisches "Off-Road" Training mit Feuerwehrfahrzeugen nicht durchführbar ist. Unter der bewährten Leitung des stellv. Kommandanten und
Ausbildungsleiters der Feuerwehr Großostheim, Werner Stegmann, organisierten und konzipierten die Ausbilder Christian Moßdorf und Christian Steiner
in Zusammenarbeit mit dem ADAC Fahrsicherheitszentrum Rhein-Main eine Ausbildungseinheit: "Fahren im unwegsamen Gelände für Feuerwehrfahrzeuge".
Uns so kam es am Samstag, den 02.07.2011 zu dieser ersten und sehr beeindruckenden Ausbildungsveranstaltung ihrer Art für die Feuerwehr Großostheim.
Beginn war 08:00 Uhr morgens mit einer theoretischen Unterweisung in der Allradtechnik. Nach einer kurzen Pause wurde ca. gegen 09:30 Uhr die Fahrt ins
Übungsgelände angetreten. Hier wurden durch die ADAC Ausbilder eindrucksvoll die verschiedenen Komponenten der Allradtechnik erläutert, erklärt und bei
praktischen Fahrübungen dargestellt (z.B. Geländeuntersetzung, Sperre des Verteilergetriebs, Wirkungsweise der Differenzialsperren). Im Anschluss
wurden die verschiedenen Möglichkeiten der Überfahrten einer Böschung, sowie die Durchquerung eines Grabens geübt. Nach der Mittagspause wurde das
Bergabfahren im Gelände mit seinen besonderen Anforderungen an Mensch und Technik dargestellt, ebenso wie das Berganfahren. In einem anschließenden
Rundkurs konnten alle Teilnehmer zeigen, ob sie das erlernte Wissen nun auch selbstständig in der Praxis anwenden konnten. Nach der Rückfahrt zur
Feuerwache und Reinigung der Einsatzfahrzeuge wurde bei der Nachbesprechung klar, dass trotz des imposanten Erscheinungsbildes der Feuerwehrfahrzeuge
diese im Gelände sehr schnell ihre Einsatzgrenzen erreichen und hier nur bedingt einsatzfähig sind. Hinzu kommt die fehlende Routine der Feuerwehrleute.
Diese sind ja keine Berufskraftfahrer, geschweige denn erfahrene LKW Fahrer in Baustellenbereichen, sondern in der Regel Menschen, wie Du und Ich, die
sich mit ganzem Leib und Seele der Feuerwehr zum Schutz ihrer Mitmenschen verschrieben haben. Deswegen, und nur deswegen, besitzen auch einige von ihnen,
die sog. Maschinisten, den LKW Führerschein, um die Feuerwehrfahrzeuge bewegen zu können.
An dieser Stelle bedanken wir uns bei den teilnehmenden Kameraden, die mit ihrer Motivation und ihrem Wissenshunger den Tag sehr erfolgreich gestalteten.
Ausdrücklich bedanken wir uns bei:
ADAC Fahrsicherheitszentrum Rhein-Main und hier insbesondere bei Frau Sabine Seizer und den Herren Gernot Becker, Mario Wolff und Matthias Stumpf, die
uns über sechs Monate bei den Vorbereitungen begleiteten und letztlich eine erfolgreiche Ausbildung umsetzten.
Bei der Fa. Erdbau Höfling und hier bei Herrn Gerhard Höfling, sowie seinen Mitarbeitern im der Sandgrube bei Schaafheim. Sie ermöglichten es uns erst,
dieses Training in die Praxis umzusetzen. In vorbildlicher Weise unterstütze Herr Höfling von Anfang an mit seinen Mitarbeitern unsere Vorbereitungen,
stellte sein Gelände zur Verfügung und präparierte dieses nach unseren Vorstellungen. Auch die Bereitstellung der Baumaschinen mit Personal, um uns
im wahrsten Sinne des Wortes aus "festgefahrenen Situationen" zu befreien verdient ein dickes Lob und unsere vollste Anerkennung. VIELEN DANK ! ! !
Beim "Racing House" in Schaafheim für ein vorzügliches Mittagsessen, eine schnelle Bewirtung und den kleinen Nachtisch auf Kosten des Hauses.
Bei den Film- und Fotofreunden Pflaumheim, Herrn Klaus Annowski, der unsere Eindrücke und Erlebnisse filmisch festhielt.
Bei Ausbilder Christian Steiner und "gute Fee" Claudia Petersen, die die Verpflegung am Übungsgelände organisierten und durchführten.
Teilnehmer von links nach rechts:
Christian Moßdorf (Ausbilder), Thomas Hock, Joachim Klabunde, Diether Hohmann, Matthias Staudt, Wolfgang Kuhn, Norbert Sommer, Michael Kuhn,
Patrizio Kapraun, Jochen Borbe, Klaus Lingelbach, Manfred Petermann, Stefan Schmitt (Ausbilder), Christian Steiner (Ausbilder) (es fehlt auf
dem Bild: Stefan Kraus (Ausbilder))